Automatisierte Funktionsabsicherung Sitzpneumatik

Prüfstand für automatisierte Funktionsabsicherung von Sitzpneumatik

Wie kann die Integration von elektrischen Komponenten bei steigender Variantenvielfalt ins Gesamtfahrzeug effizient gewährleistet werden? In diesem Projekt hat die VISPIRON SYSTEMS während einer Bewertung der Testinfrastruktur eines Bestandskunden Automatisierungspotential erkannt und durch die Entwicklung einer Testautomatisierung für E/E Sitzfunktionen sowohl die Testtiefe als auch die Testbreite deutlich erhöht. Kern des Projekts war die automatisierte Absicherung aller Funktionen inklusive der pneumatischen Komponenten. 

1. Ausgangssituation - Komplexität und verkürzte Entwicklungszeiten

Die dezentrale Struktur der Steuergeräte sowie die funktionsbedingte Abhängigkeit zwischen den Steuergeräten und Komponenten tragen zusätzlich zur Steigerung der Komplexität bei. Gleichzeitig erhöhen sich durch kürzere Entwicklungszeiten und die begrenzte Verfügbarkeit von Testinstanzen die Anforderungen an das Testing. Um der funktionsbedingten Abhängigkeit gerecht zu werden muss eine eigene Testumgebung mit richtigem Ein-Ausgangs-Verhalten bezogen auf das zu testende Steuergerät bereitgestellt werden. Gleichzeitig trägt dies dazu bei, die Flexibilität bereits in den frühen Entwicklungphasen zu erreichen.

Grauer Sitz mit 3 Regler für Einstellung Sitzpneumatik

2. Herausforderung - Testing, viele Anforderungen und viele Varianten

Steuergeräte für Sitzfunktionen werden in allen Fahrzeugen eingesetzt. Daraus resultieren unterschiedliche Fahrzeug (Modell, Sonderausstattung) – und marktspezifische (Links-, Rechtsverkehr) Anforderungen. Aus dieser Vielzahl an Anforderungen leitet sich eine Vielzahl von Varianten ab, deren Funktionen in unterschiedlichen Szenarien vollumfänglich getestet werden müssen. Im Laufe der Entwicklung eines Steuergerätes bzw. der zugehörigen Software können sich die Anforderungen noch ändern, sodass in diesem Fall auch die Testumgebung entsprechend angepasst werden muss. 

3. Vorgehensweise - Regressionstests und Automatisierung

Im ersten Schritt wurden die Testfälle kategorisiert und dann anhand der Anforderungen aus den Lastenheften erstellt. In Abstimmung mit dem Kunden wurde priorisiert, welche Testfälle zuerst implementiert werden. Besonders wichtig war es, bereits frühzeitig Fehler im Diagnosebereich zu identifizieren, um einen reibungslosen Ablauf bei der Produktion im Werk sicherzustellen. Ergänzend zu den Diagnosetests wurden Negativtests, Testfälle für erlebbare Kundenfunktionen sowie elektrische Tests (transiente Unter-, Überspannungen, Leitungsunterbrechungen und -kurzschlüsse) entwickelt und in der Automatisierung implementiert. Alle entwickelten Testfälle wurden als Regressionstests durchgeführt und stetig weiterentwickelt.

4. Fazit - Gesamtfunktionalität und Fehlerfreiheit im Fokus

Die entwickelte Testautomatisierung hat die Testgeschwindigkeit, Testtiefe – und breite erhöht. Es konnten bereits in der frühen Phase Fehler im Bereich der Stabilität und der produktionsrelevanten Diagnose aufgedeckt werden. Die Durchführung der implementierten Regressionstests sowie die stetige Anpassung der Testfälle haben zusätzlich Spezifikationslücken aufgezeigt, was auch für den Lieferanten des Steuergerätes einen Mehrwert bot. Durch diese Vorgehensweise wurde sichergestellt, dass die getesteten Funktionen nicht nur im Hinblick auf eventuelle Lücken betrachtet wurden, sondern zusätzlich dazu die Gesamtfunktionalität zum SOP bereit steht. 

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Davon profitiert unser Kunde

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Testfälle

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konkreter Geschwindigkeitszuwachs (pro Woche)

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Reduzierung des jährlichen manuellen Testaufwandes